Jedes Frühjahr bekomme ich eine Palette Olivenöl von der Insel Lesbos und verteile sie an Liebhaber.

Olivenöl aus Lesbos war bereits in der Antike berühmt. Es wird von alten Olivenbäumen der Olivensorte "Adramytini" gewonnen, die auf Lesbos besonders gut gedeihen. Die Oliven werden von Hand gepflückt und mit Hilfe von Netzen gesammelt. Von den Olivenhainen werden diese direkt zur Ölpresse transportiert, um sie bei einer Temperatur von höchstens 30°C zu pressen. Das frischgepresstes Öl wird dann in den eigenen Abfüllanlagen verpackt und lichtgeschützt bei niedriger Temperatur gelagert.

Nach der Pressung wird das Öl in verschiedene Qualitäten je nach Säuregrad unterteilt:
Extra Natives Ölivenöl
Definiert dass der Säuregrad unter 1% liegen muss. In Stipsi wird sogar unter 0,8% mit dieser Etikettierung abgefüllt. Extra Natives Öl ist ein sehr feines leichtes Öl. Unbedingt zu empfehlen bei Rohkost zum verfeinern von Salaten und Gemüse.
Natives Ölivenöl
Definiert einen Säuregrag bis 1,5%. Ein deftiges Öl mit mehr Geschmacksstoffen. Besonders geeignet zum Kochen aber auch für Salate und Gemüse.

Alle Säuregrade darüber werden als Frittieröl verwendet oder zum Festland und nach Italien exportiert.

Der Geschmack des goldgelben Olivenöls  überzeugt Feinschmecker. Aber das beste ist die Herkunft. Es stammt direkt von einer der Bauerngenossenschaften der Insel. Das garantiert, dass nicht gemischt und gestreckt wurde. Diese Abfüllung bekommen normal nur die Inselbewohner und die verstehen etwas vom Olivenöl. Nebenbei ist es eine kleine Hilfe für die dortigen Bauern die von den Großhändlern einen sehr niedrigen Preis für dieses hochwertige Produkt bekommen.

Die Grundlagen der Anbautechnik sind das fachkundige Beschneiden der Bäume, das Pflügen der Erde rund um dem Baum und die Bekämpfung des Daucus oleae (Olivenfliege) durch Verwendung von Köder- Spray.


Die Olivenbäumen der Sorte "Adramytini" gedeihen besonders gut auf Lesbos. Die Bäume werden meist in Serpetinen gepflanzt und sind mitunter hunderte Jahre alt.


Die Olive ist eine mystische Frucht. Eine Familie mit nur 20 Olivenbäumen musste nie Hunger leiden. Deshalb wurde der Olivenbaum als heilig verehrt und das Produkt als flüssiges Gold benannt.

Fotos: Michael Karadaglis